Sie sind hier: Startseite

Alternative Ackermann

Als Linguistin und Dichterin tummelt man sich häufig im Sprachdschungel, z.b. unter den Synonymen. Dabei fiel mir kürzlich auf, was das Synonym von Ackermann ist:
Feldherr.


Das Leben ist kein Politbüro


"Wo bleibst du denn?"
"Ey, isch google noch meine Socken, Alte!"

Langenscheidt hat die Jugendsprache publiziert. Demnach googelt man morgens seine Klamotten, guttenbergt in Mathe und hält seine Eltern für laufende Epic Fails.
Aber, wie jeder weiß, folgt nach der Schulzeit der Ernst des Lebens.
Man muss Praktika mapussen, Studienkredite wulffen, selbst wenn man merkt, dass das Fach nichts für einen ist, gut überlegen, ob man wirklich lindnert oder nicht doch bis zum Ende westerwellt. Frauen haben es etwas leichter, sie schrödern sich einfach ein Kind. Männer mit guten Beziehungen nach Russland können sich schrödern lassen. Die andern müssen södern. Das Leben ist kein Politbüro. Meine Fresse.


Bruha Frauenquote

Ich werde immer öfter nach meiner Meinung zur Frauenquote gefragt. Ganz ehrlich, ich gehöre zu den FQ-Gegnerinnen. Um Himmels willen.
Stellen Sie sich einmal vor, Frauen würden paritätisch in Vorständen, Aufsichtsräten und auf sonstigen gutentlohnten Posten sitzen. Auf einmal verdienen sie viel viiiel viiiiiiieelll Geld. Die Wirtschaft entdeckt sie als werberelevante Zielgruppe.
Und plötzlich kleben überall überlebensgroße Männer, die sich unangezogen auf Smarts, Twingos, Mini Coopers und Ford Kas, räkeln.
Ich finde, diesen Anblick sollte man der Welt ersparen.


Der will doch nur spielen

Nee, der will nicht in die Politik zurück.
Wirklich nicht.
Nur ins Fernsehen.
Und ein bisschen in die Bild-Zeitung.
Der kann halt nicht ohne.
Macht nichts. Medienwirksam ist er ja.
Und Erfahrung mit einer dünnen Blonden an seiner Seite hat er auch.
Das Timing ist perfekt. Alle haben die Nachfolge abgelehnt.
Kerkeling, Jauch, alle weg.
Die Bahn ist frei.
Jetzt gibt es nur noch ihn.
Karl-Theodor zu Guttenberg.

PS: Die Universität Bayreuth verleiht Thomas Gottschalk die Ehrendoktorwürde.


Horrify your life!

Wie einfach war es doch früher. Hexen gehören verbrannt, Leitern umgangen und Nachbars Katze aus Versehen nachts überfahren. Hoppla! Pech gehabt. Haha.
Heute muss ich mit meiner Frau zur Paarmediation gehen, weil ihr Feng-Shui-Berater und meine Gestalttherapeutin sich nicht über die Farbe unseres neuen Wohnzimmerteppichs einigen können.
Sie finden die Programmierung ihres neuen Smartphones kompliziert?Lesen Sie mal die Garantieerklärung meines neuen Geräts zur energetischen Leitungswasseraktivierung.
Früher fuhr man nach Lourdes! Heute müssen schon Edelsteine im Trinkwasserglas liegen!!! Bis vor kurzem hielt ich Blutdiamanten noch für ein Grippemittel!!!
Leider hat die UNO vergessen neben Waterboarding auch Hydrotherapieund Aquajogging in ihre Antifolterkonvention aufzunehmen.


Heilige Mutter Gottes

Schon gewusst? Maria ist erst seit 1854 wirklich Jungfrau. In diesem Jahr beschloss ein katholischer Epileptiker namens Johannes Maria die immaculatio der jüdischen Mutter. Der Zufall will es, dass die von hiesigen Müttern so gerne konsumierte latte macchiato aus demselben Land stammt, wie dieser Johannes. Der italienische papa träumt von der Persilgeburt, und die deutsche Mama badet in "befleckter Milch" und wird - je nach Partnereinkommen, Wohnbezirk und Kinderwagenmarke - auch danach benannt.
Johannes Maria bekam auch einen neuen Namen, Pius der Neunte. Und weil er sich auch unter diesem Pseudonym nicht ernst genommen fühlt, setzt er ein noch größeres Ei in die Welt, den syllabus errorum, mit dem er seine eigene Unfehlbarkeit verkündet. Bei anderen Menschen hätte man die Epilepsie-Medikamente neu eingestellt.
Unter diesen Prämissen wundert es einen nicht mehr, dass der 1856 geborene Herr Sigismund Schlomo Freud psychosomatische Störungen auf außer Kontrolle geratene, triebhafte Phantasien zurückführt.
Nun ja, wir stellen wieder einmal fest: Beten kann nicht nur gesund sein.

Screenshot Bahnhof

OECD bemängelt fehlendes Grundwissen bei deutschen Jugendlichen:
Nicht mehr in der Lage in freier Natur Brandsätze zu zünden
Oder war der Zündlerpegel zu hoch um die Pendlerzüge zu erwischen?

Was ist los mit der Linken? Der Kapitalismus hinkt und die Linke möchte alle Drogen legalisieren. So high möchte ich auch mal sein. Oder versuchen sie damit nur ihre bodenlosen Umfragewerte auf ein Jahrhunderthigh zu hieven. Dass das der FDP noch nicht eingefallen ist? Sonst sind die Liberalen doch eher die Fachleute für feuchte Träume.
Immerhin etwas scheint die Linke mit dem Legalisierungsrausch zu erreichen, die Basis ist so knülle, dass von den 18 Brandsätzen die am Schienennetz der Deutschen Bahn befestigt waren, 16 nicht zündeten – wegen nasser Streichhölzer. Kleiner Tipp: Die Streichholzköpfe vor dem Aufenthalt in freier Natur kurz in flüssiges Wachs tauchen. Das schützt sie vor Feuchtigkeit. Haben wir noch im Kindergarten gelernt. Wie gut, dass die linke Basis das nicht mehr weiß. Vielleicht ein Ideenanstoß für die Linke Spitze? Statt Drogenrausch als Anschlagsverhinderung doch lieber gemeinsam mit der CSU auf die landesweite Abschaffung aller Kindergartenplätze zu setzen. Auch das dürfte sich letztendlich als kapitalismuszersetzend erweisen.
Aber was ist schon wirklich kapitalismuszersetzend? Wir haben uns früher mit unseren selbstgestochenen Ohrlöchern (Muttis Nähnadel über einem Teelicht erhitzen und mit Opas Zwetschgenwasser desinfizieren), den selbstzerfetzten Jeans (am besten funktionierte das Schleifpapier mit der 80er-Körnung) und einer Ladung Oettingerdosen auf die Kirchentreppe gesetzt und geraucht, bis der Glockenturm im Van-Nelle-Nebel versank. Und wir fanden das sooo links! Heute sieht man, dass die echten Kapitalismuszersetzer die Kapitalisten selbst sind. Amerika geht ein, weil die 99% keine Kaufkraft mehr haben. Hätte ich mir das in meiner Jugend träumen lassen? Bei MC-Motorradrockern gibt es auch eine 1%-Elite. Sie zeichnet sich ebenfalls durch Ablehnung gesellschaftlicher Normen und Regeln, Kompromisslosigkeit und Gewaltbereitschaft aus.
Heute morgen habe ich übrigends einen Altpunk gesehen, der in seinem überdimensionierten Ohrloch ein buntes Feuerzeug stecken hatte. Das war ja schon wieder sehr lebensnah.Und vielleicht auch als verkappter Hinweis für künftige DB-Zündler gedacht.
Unschön aber, wenn es dabei DB-Pendler wie neuerdings mich erwischt. Allmorgendlich unterwegs mit zwei quietschfidelen Kleinkindern bin ich sowieso schon ein Affront für angegraute Bürokosaken, die sich für sich, ihre Aktentasche und ihr Smartphone je einen Sitzplatz sichern. Den übriggebliebenen dürfen meine beiden Kinder und ich uns teilen. Manchmal. Dafür immer böse beäugt. V.a. wenn ich stillen muss. „Auch das noch. Kann die Alte das nicht zu Hause machen? Wo soll ich denn jetzt hingucken? Das ist ja fast Nötigung. Hm, Nötigung. Kann man das eigentlich zur Anzeige bringen? Wieviel lässt sich dabei rausschlagen?“ Na, spätestens wenn sie beim Gedanken ans liebe Geld angekommen sind, verdrehen sich die Augen wieder in morgendliche Pendlertrance. Diesen Morgen jäh herausgerissen durch folgende Durchsage: „Aufgrund von Personen auf der Gleisanlage war der komplette Hauptbahnhof gesperrt. Dieser Zug hatte auf der Hinfahrt bereits 30 Minuten Verspätung und endet deshalb am xxx-Bahnhof. Zur Weiterfahrt in die Innenstadt steigen sie bitte in Linie 1 um.“
Die Linie 1 ist die randgruppenfeindlichste Linie der ganzen Stadt. Um einzusteigen, muss man drei steile Stufen durch eine enge Tür hindurch überwinden. Eigentlich die perfekte Kapitalismusbahn. Der sogenannte mobilitätseingeschränkte Fahrgast scheitert sofort und muss draußen bleiben. Insgesamt drei Stadtbahnen mussten außerfahrplanmäßig in die Linie 1umsteigen. Pendler aus allen drei Bahnen drängten sich in den bereits voll besetzten Zug. Als alle drin waren, stand ich noch draußen. Mit zwei Kindern und einem Klappbuggy. Nix zu machen. Wir glotzten rein. Der menschliche Bahninhalt glotzte raus. Keiner rührte sich. In solchen Momenten versteht man, weshalb die Deutschen als humorlos verschrien sind. Ich kam mir vor, wie das neugeborene Seehundbaby. Die Bahninsassen fühlten sich eher wie Schlachtvieh. Bahnhof Zoo als Standbild. Da fiel mir ein Werbespruch vom Bahngleis gegenüber ins Auge: Schlecker - for you vor Ort. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Erfinder dieser abgründigen Zeile: you saved meinen Tag.

Fuck Sekundarstufe II

Weg mit den Hauptschulen! Her mit der integrierten Realschule, der Regionalschule und der Realschule Plus (warum nicht auch Realschule Netto? Oder Realschule Aldi? Da wissen die Absolventen gleich, wohin sie gehören. Und für die nächsten Pisa und Igel-Tests ist alles gleich unterteilt in die beiden Vergleichsgruppen Realschule Aldi Nord und Realschule Aldi Süd).
Mir alles egal. Ich habe meine beiden Kinder bereits in der KiTa für Hochbegabte SchulanwärterInnen angemeldet. Sie sollen schließlich später mal nicht mit den Assis vom Gymnasium zusammen lernen müssen.

Occupy Metzgerei!

Es ist die Fettsteuer,
das wird fett teuer.

Backe, backe Kuchen
der Bäcker hat gerufen
wer will guten Kuchen backen
der muss haben sieben Sachen
Eier und Schmalz
Butter und Salz
Milch und Mehl
und einen guten Steuerberater.
Schiiiiieb in den Fiskus rein.

Ach wie war es doch vordem im Schleswig-Holsteinischen schön. Milchseen, Butterberge, eine Landschaft, wie aus glücklichen Rotbäckchenzeiten. Doch das ist Vergangenheit. Mitten in das sahnige Beatrix-Potter- hinein wirft sich die Dänenschwemme und rafft an sich, was nicht niet- und nagelfett ist. Ein Tsunami mit integrierter Plünderung ausgelöst von der dümmsten Idee des noch jungen aber an stupiden Einfällen nichtsdestoweniger reichen Jahrtausends, der Fettsteuer.
2,15 € pro Kilogramm gesättigter Fettsäure. Das ist fett teuer. Zum Vergleich dazu: Die Schachtel Zigaretten wird in Deutschland durchschnittlich mit 1,60€ besteuert. Vielleicht sollten der Däne auf die Fertigpizza verzichten und lieber wieder mit dem Rauchen anfangen? Aber stattdessen wuppt er sein angefressenes Hüftgold ins Nachbarland um Hamstereinkäufe Milchprodukten und Fertignahrung zu tätigen.
Juhu, freut sich der ausverkaufte Deutsche, und mit der ihm eigenen Logik will er auch gleich eine Fettsteuer haben. Die kriegt er auch, unsere Regierung ist ja … doof. Und so besteuert der Deutsche das deutscheste aller deutschen Nahrungsmittel: die gute Butter. Oder wie Jochen Malmsheimer sagen würde Gutebutter – ein Wort - Gutebutter!
Der fettversessene und verkaufswillige Nachbar aus den Niederlanden reibt sich die Kaaspatschen. Frau Antje frohlockt. Ganz Deutschland hamstert nun im Vlaland. „I cant believe it's not butter®" bringt einen Deutschland-Spray heraus: „Trick your taxman and your tongue!" Die Kultband „Fettes Brot" nennt sich ab sofort „Mager Quark".
Doch man hat nicht mit dem Konsumenten gerechnet.
Nieder mit der Zwangsveganisierung, brüllt der aus seinem Verdauungsschlaf erwachte Butterbrezelfan aus dem Allgäu, dem Mekka der Milchprodukteliebhaber. Auf der online-Plattform facebook wird zur Protestaktion „Occupy Metzgerei“ aufgerufen, die bundesweit stattfinden soll. In weiteren Internetforen finden sich neuerdings zahlreiche Tips dazu, wie man auch im hessischen Kleingarten einen Olivenhain anlegen kann, wie man die Ölmühle als Barbeque-Grill tarnt und wie man Pommes auch in einer Lösung aus Schuhcreme, Lippenstift und Äthylalkohol. Kleintiervereine werden mit Anmeldungen von Milchkuhhaltern überschwemmt. Und nachts bevölkern seltsam vermummte Gestalten die Hintereingänge von Frittenbuden, um sich dort ungesehen ein wenig vom tagsüber benutzten Bratfett abfüllen zu lassen.
Derweil wird bei Furth im Wald ein großangelegter Ettikettenschwindel aufgedeckt. Zollfahndern gelingt bei Großeinsatz ein Coup. Mehrere Paletten, beladen mit insgesamt rund 50.000 Literflaschen Distelöl, laut Ettikett in demeterqualität aus dem Norden Litauens, die in Wirklichkeit reines Frittierfett enthalten und an unterschiedliche Pommesbuden in Süddeutschland ausgeliefert werden sollten, gehen den Zollbeamten ins Netz. „Die Aufhebung des Schengenabkommens hat sich wieder einmal gelohnt“, protzt KHK Dürrschnabel von der Zollfahndung Isar II. „Nach dem Fund mehrerer Paletten Halbfettmargarinedosen vergangene Woche, die mit reinem Gänseschmalz befüllt waren und der Entdeckung von dreieinhalbtausend Tonnen Ghee, einer indischen Variante von Butterschmalz, die unseren Fahndern nur zufällig ins Netz gingen, weil sie in handgewebte Teppiche aus Kinderarbeit gewickelt waren, ist uns heute wieder ein Großfund ins Netz gegangen.“
Das Finanzamt jubiliert, nachdem mehrere CDs mit den Daten von insgesamt rund 50.000 Fettsteuerhinterziehern aufgetaucht waren. Nur der Jugendschutzbeauftragten äußert sich besorgt über einen Nebeneffekt der Fettsteuer. Seitdem sich nur noch Topmodels und Hollywoodschauspieler den satten Fettkonsum leisten können, gilt die Größe XXL wieder als vorbildlich und gesellschaftstauglich. V.a. Mädchen im Teenageralter, die der rubensmania der Stars nacheifern, würden sich hoch verschulden, um sich die begehrte Kürbisfigur etwa einer Jennifer Aniston oder Gisele Bündchens bullige Birnenform anzufressen.
Frau Antje macht sich inzwischen fertig für den Börsengang. Kerrygold wird in Gold aufgewogen. Aktienbesitzer jubilieren: Die Unze Butter seit Einführung der Fettsteuer täglich im Wert gestiegen. Und die Regierung bewirbt Erhöhung der Fettsteuer zur Finanzierung des nächsten Anti-Terror-Einsatzes mit Slogan: Fressen für den Frieden.

Bonjour Regress!

Willkommen in Steingartenhausen. Klassisch. Zwei Kinder = raus aufs Land ins Häuschen mit Garten. Rasengarten hinten. Wenigstens. Vorne hat der Vorbesitzer auch Steingarten angelegt. Wie alle hier. Weiße Steine, schwarze Steine. Beliebt ist es, die schwarzen und weißen Steine in einer Art YinYang im Vorgarten zu drapieren, also mit Schlangenlinie und Punkten im gegnerischen Bereich. Hier liegen graue Steine. Das Yin und Yang in farblicher Verschmolzenheit. Immerhin nur alibimäßig in einem kleinen Eck, und das nicht mehr lange, nachdem meine beiden Rabauken entdeckt haben, dass man das Zeugs wunderbar ins kniehohe Gras schmeißen kann (erklär mir einer, wann man Rasenmähen soll, wenn in der einen Pause zwischen wickeln und füttern und Schläfchen und plärren und trösten und spielen ganz sicher Ruhezeit ist).
Drum also Steingarten. Hier wohl ein Muss um dazu zu gehören. Insider haben hektarweise Steine ausliegen. Mit Folie drunter. Damit auch ganz sicher kein Grashalm das schöne YinYang zerdeppert. Die Außenseiter hier im Dorf haben übrigens nicht keine sondern rötliche Steine ausliegen. Und einen ganz Verwegenen habe ich gesehen, der ein bräunliches Bambiimitat auf seinen rötlichen Steinen sitzen hatte. Hier scheint man von Mikroklima noch nicht viel gehört zu haben. Hier scheint man von vielem noch nicht viel gehört zu haben. Von KiTas zum Beispiel. Der besten Erfindung seit der Waschmaschine und vielleicht noch der Milchpumpe. Kind hungrig, dreckig und nölig abgeben, Kind sauber, satt und ausgepowert abholen. Einfach wunderbar. Hier heißt das: "Waaaas?! Sie gebet ihr klois Dengs da weg? Des macht mr auffem Dorf fei net. Da drfier isch d'Omma da." Hm, hm. D'Omma. Ond dr Obba. Mhm. Ich muss mir als erstes einen Babelfisch anschaffen. Ach Gott heißt hier "Oohch Guuhtt!" und wird in einer Art Singsang ausgesprochen, so mantrahaft wie der YinYang-Steingarten und so perfekt akzentuiert wie eine Sinuskurve. In zwei Silben bringt man vier Höhen und drei Tiefen unter. Ich jedenfalls habe es zwischen Umzugskartons, Steinvorgartenentsorgen, Kind zwei in der KiTa eingewöhnen und dem üblichen Zeugs wie Haushalt, Arbeit und Zeitung nicht geschafft, die hier obligatorische nachbarschaftliche Vorstellungsrunde zu machen. Nur einen habe ich über den hier ebenfalls obligatorischen Zaun hinweg begrüßt. Er starrte steif über die Luft und bemerkte trocken, dass er schon über 70 Jahre hier wohne. Dann, dass ihm in den 70ern ein Job in der Stadt angeboten worden sei. Hausmeister. Er hätte aber vor Ort wohnen müssen. Da habe er abgelehnt. Bei diesen Worten macht er einen Luftsprung und bietet mir auf einmal ein halbes Kilo frische Feigen von seinem wahnsinnigen, ebenfalls mindestens 70 Jahre alten Feigenbaum an. "Nemmetse sichs. Mei Fraa frissts eh net." Ich überhöre diesen Kommentar höflich, wie man das halt unter guten Nachbarn auf dem Dorf so macht und stopfe süße Feigen in mich und meine Kinder als wären wir Kriegsheimkehrer. Die Kehrwoche mache ich trotzdem nicht. Das habe ich in der Stadt gelernt. Dort waren es dreckige Straßen und nette Nachbarn. Eine Kombi, die mir liegt. Bonjour Regress!

Wurscht und Käs

Überhörtes Gespräch zweier älterer Männer am frühen Vormittag:

(Eine Frau kniet über den Straßenbahnschienen. Immer mehr Menschen schauen sie verstohlen an. Irgendwann bricht Hektik aus. Es scheint ihr nicht gut zu gehen.)

- Was hatn die?
- Die isch in die Schiene neikomme.

- Ah so, in die Schiene.
- Jaja.

- Nee du, die kotzt.
- Die kotzt?

- Ja du, die kotzt.
- Ha, was kotzt se denn?

- Moment, i guck mal.
(geht zu der wachsenden Menschentraube, die sich um die Frau versammelt hat. Kommt kopfschüttelnd wieder.)
- Ha no, was kotzt se denn?

- Wurscht. Wurscht und Käs.
- Wurscht und Käs?

- Ja, Wurscht und Käs.
- Soso.

(Beide zünden sich Zigaretten an, paffen und gaffen. Ein Rollstuhl wird von irgendwo hergeholt, die Frau hineingehievt, ein Notarztwagen kommt angefahren, das Erbrochene wird mit Servietten aus dem naheliegenden Café weggeputzt. Die Menschentraube löst sich auf. Die beiden alten Männer paffen und gaffen. Als alles vorbei ist, schauen sie sich nochmal an und schütteln ihre Köpfe.)

- Wurscht und Käs.
- Wurscht und Käs.

(Dieses Gespräch hat am 24.3.2011 stattgefunden.)

Bio-Supermilch

Wieviel Bioethanol kann der Muttermilch beigemischt werden, ohne dass das Kind vorzeitig den Geist aufgibt? Hierüber sind sich die Experten uneinig.
Vorwürfe, die neue Biomilch nütze vorwiegend der deutschen Miederwarenindustrie, wurden vom Dessousclub Deutschland (DCD) als haltlos zurückgewiesen. "Die neue Biomilch nützt vor allem anderen zunächst, äh, erst einmal, äh, den Wingertern, äh, Winzern und Brauern und Brauerinnen in Deutschland, Europa und aller Welt", so der Sprecher des DCD-Landesverbands Elbe-Saale. "Die Mutter muss, äh, um ein Minimum von 10% Ethanol ihrer Milch beimischen zu kö-, äh, zu imstande zu sein, muss die Mutter, äh, viel trinken, also, äh, saufen, hehehe, auf gut deutsch."
Fakt sei, so die Sprecherin des Deutschen Hebammenverbands, dass durch die Bestillung des Kindes mit der neuen Mischmilch der Verbrauch um 4,7% ansteige. Wobei je nach Modell des Kindes vorzeitige Schäden nicht restlos ausgeschlossen werden könnten. In diesen Fällen helfe nur, den Säugling auf dem nächsten Polizeirevier ins Röhrchen pusten und ggf. den Magen auspumpen lassen. Als Richtwert hätte der Gesetzgeber hierfür zur Orientierung die Leitgröße von 1,8 Promille vorgesehen.

PS: Wie mir in einer Eilmeldung heute morgen zugetragen wurde, herrschen in Baden-Württemberg bereits libysche Zustände: Autofahrer wurden an Tankstellen mit Wasserwerfern
und Tränengas angegriffen wenn sie Super Plus und nicht E10 tanken. Muammar Mappus ruft: "Danzet, ihr Lällabäbbl, danzet ond saufet!" Anschließend werden die renitenten Protest-Tanker von Hundertschaften der Bereitschaftspolizei eingekesselt, bis sie E10 tanken und bei der anstehenden Landtagswahl CDU wählen.

Guttenberg hat ja auch nur kopiert...

...und gilt trotzdem als Mann des Jahrtausends.

Die Uni Bayreuth jedenfalls plant ein beispiellos einfaches Verfahren, um sich den Skandal schnellstmöglich vom Hals zu schaffen. Sie verleiht zu Guttenberg rückwirkend den Doktortitel "summa cum klaude".
Böse Zungen behaupten, Scherzkekse aus der oberbayrischen Landes-CSU-Nachwuchsebene hätten einen PC-Virus auf den Markt gebracht, der im Computersystem "copy&paste" durch "google&gutt" ersetzt.
Ich würde zu Guttenberg v.a. deshalb zum Rücktritt raten, weil es von mangelnder Kompetenz zeugt, sieben Jahre für eine copy&paste-Promotion zu benötigen. So ein Mann ist für einen Ministerposten ungeeignet. Es erklärt aber, wieso den großen Worten des Verteidigungsministers noch keine Taten gefolgt sind. Google spuckt bei Suchanfragen noch keine Gesetzestexte zur Heeresreform und Wehrdienstabschaffung aus.
Nach einem analphasenreifen Linsenexperiment wurde mein Großer heute von mir in die Küche zitiert. Er weigerte sich standhaft zu kommen, er sei doch kein "duddenbert". Erst das Versprechen, dass er sich von nun an "von und zu" nennen dürfe (korrekt zitiert, mit Gänsefüßchen) zog. Besteht nun darauf, das "von und zu" im Pass zu führen. Im Pass mit biometrischem Lichtbild. Biometrisch von einem nicht-Zweijährigen. Aber der Pass ist zehn Jahre lang gültig. Das macht Sinn.
Vielleicht sollte ich mich auf den bald frei werdenden Posten des Verteidigungsministers bewerben. Frau Dr. rer. satir. Lichti, Leard of Glencairn, M.A. Moment, ... irgendwo habe ich doch auch noch ein kariertes Holzfällerhemd... ha! und da sind ja auch noch die alten schwarzen 14-Loch-Stahlkappen-Docs. Nur mit dem kameratauglichen Posieren muss ich noch ein bisschen warten. Als Hochschwangere sieht man einfach nicht so aus, als würde man die Welt umarmen, sondern als hätte man sie versehentlich verschluckt.

Dioptrien-Skandal in Deutschland

Zehntausende Bundeshühner kritisieren die fehlende Bereitstellung der Regierung von Sehhilfen zur Entzifferung des Eiercodes.
"Selbstverständlich wirkt sich die Käfighaltung negativ auf die Dioptrienzahl der Legehennen aus", so eine Expertin der Firma Harles und Jentzsch. "Das hat nichts mit den technischen Fetten der Futtermittelhersteller zu tun." Chronische Kurzsichtigkeit sei ein häufig auftretendes Phänomen bei Stall- und Käfighennen, was nach dem Stand der derzeitigen Forschung darauf zurückzuführen sei, dass die Hennen sich in ihrer Jugend nicht genug geliebt fühlten, was sich in einer Form von psychosomatischem Trauma als mehr oder minder hohe Dioptrienzahl niederschlage, die von der Legehenne an bereits gelegte und noch zu legende Eier weitergegeben werden könne.
Ob sich der Verzehr von dioptrienverseuchten Eiern auch negativ auf die Dioptrienzahl v.a. bei Schulkindern auswirkt, kann nach dem heutigen Stand der Dinge nicht völlig ausgeschlossen werden. Jedoch sei dies höchst unwahrscheinlich, wie Daniela Hansjosten, die Jugendschutzbeauftragte von RTL nicht umhin kam zu betonen, da, um eine spürbare Verstärkung der Fehlsichtigkeit zu bewirken, der Verzehr des täglichen Frühstückseis nicht ausreiche, es müsse mindestens eine mittelschwere Form der Stall- oder Käfighaltung bei Minderjährigen, wie etwa ein mehrstündiger täglicher Schulbesuch hinzukommen.
Indes verzeichnet der Verband deutscher eieressender Fehlsichtiger (VdeF) einen rapiden Mitgliederzuwachs, während Fielmann über die Schließung sämtlicher bundesdeutscher Filialen nachdenkt. "Es ist eine Katastrophe", so Tomas Hamburger-Hanebüchen*, Geschäftsführer einer bekannten deutschen Brillenkette..
"In mehreren Filialen ist es zu tumultartigen Szenen gekommen. Erst hat man die Schaufensterscheiben vor unserer Auslegeware mit Eiern beworfen, und als die Mitarbeiter damit abgelenkt waren, die Scheiben mit Brillenputztüchern zu reinigen, hat der Mob den Laden gestürmt und geplündert." Hamburger-Hanebüchen wischt sich mit einem Brillenputztuch den Schweiß von der Stirn. Die Angst steht ihm ins Gesicht geschrieben. Mit zitternden Händen setzt er seine Sehhilfe auf sein beinahe rechtwinklig gebogenes Atemorgan. Wenn die Nase eines Mannes ähnlich sein soll, wie sein -" mein neugieriger Silberblick rutscht ab in die Niederungen seiner graumelierten Bundfaltenhose. Da fixiert Hanebüchen mich und konstatiert mit einem flatternden Unterton in der Stimme: "Das kann ich meinen Unterta- Untergebenen nicht antun. Diese Menschen haben für Gläser und Gestelle ihr Leben geopfert. Sie haben besseres verdient, als als Eierständer zu enden." Die Stimme versagt ihm. Er ringt nach Worten, während er sein heterophorisches Auge gen Himmel zu drehen versucht, doch es bleibt in ständigem Blickkontakt mit meinem stabistischen linken Sehorgan. Die beiden haften aneinander wie festgetrocknetes Eigelb an einer Fielmannfiliale. Sie ziehen sich gegenseitig an, bis die beiden Geleekörper erst aneinander prallen, dann ineinander übergehend zusammenfließen. Hamburger-Hanebüchen und ich fristen von nun an ein trostloses Dasein als siamesische Zwillinge. Erst als die PR-Beauftragte der Firma Gold-Ei auf uns aufmerksam wird, gelangen wir durch Auftritte in Nebensendezeitwerbespots zu trauriger Berühmtheit.

*Name von der Redaktion geändert.

KidS - das neue Programm der Bundesregierung

Nach dem Zusammenbruch der Eurozone und der Währungsrückumstellung nimmt sich Deutschland ein Beispiel am wiedererstarkten irischen Tiger.
"Es ist gut, dass wir die verfahrene Debatte um den Fachkräftemangel in Deutschland endlich in produktive Bahnen lenken konnten", so Kristina Schröder (CDU), die als Ministerin des neugegründeten Ministeriums für Arbeit, Kinder und Jugend gleich sieben Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte.
"Wir erobern hier ganz neue Strände. Wir schöpfen aus einem lange nicht mehr erschlossenen Potenzial, das die wirtschaftliche Zukunft des Landes v.a. in Zeiten instabiler Währungsverhältnisse langfristig sichern wird. Kinder wollen sich bewegen, sie wollen nützlich sein. Es gilt nun, diese Willigkeit in ökonomisch verwertbare Bahnen zu lenken. Daher vermeide ich ganz gezielt die Vokabel "Kinderarbeit", wie sie anfangs von den Medien zur Diffamierung des irischen Modells verwendet wurde. Der durchschlagende Erfolg des irischen Modells "plug and work" bestand in der Verlängerung der Lebensarbeitszeit um durchschnittlich 18 Jahre. 18 Jahre! Während wir noch um die Rente 69+ diskutiert haben. "Kinderarbeit" hat einen negativen, ausbeuterischen Beigeschmack, den ich in unserer Kampagne "Kinder in den Schacht" - kurz KidS - so nicht feststellen kann.
Mit diesem Projekt schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe. Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze ist flächendeckend von 25% auf 75% gestiegen. Im Gegenzug dazu haben wir einen Rückgang der Jugendkriminalität zu verzeichnen, was zugegebenermaßen auch der hohen Mortalitätsrate geschuldet sein kann.
Außerdem konnte so die dritte Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke unterbunden werden und stattdessen in den flächendeckenden Ausbau von Kohlekraftwerken investiert werden bzw. die Auslastung der bereits gebauten auf einen rentablen Standard gebracht werden. Dadurch stieg zwar die bundesweite Rate an Asthmakranken und Allergikern, aber wir sind bereits im Gespräch mit dem Ministerium für Gesundheit, Kern- und Kohleenergie, das mit dem Verband übergesetzlicher Krankenversicherungen (VÜK) über die Möglichkeit einer günstigen Asthma- und Allergie-Zusatzversicherung verhandelt.
Außerdem freuen wir uns sehr, mitteilen zu können, dass die Krebsrate in Asse, Gorleben, Waldshut-Tiengen und Blaubeuren seither keinen Anstieg mehr verzeichnet.
Und - was mich persönlich besonders freut und meine Arbeit als Arbeits-, Kinder- und Jugendministerin enorm erleichert - keine Debatten mehr um Pisa und das deutsche Schulsystem. Der Kinderalltag findet nun ganztags, IQ- und elternhausunabhängig statt.
Tut mir leid, dass ich keine weiteren Fragen beantworten kann. Ich muss mich für meine Bundesverdienstkreuz-Verleihung fertig machen. Tschüssie!"

...und nun weiter mit Kurznachrichten

Weltweites Aufbegehren der Priesterschaft gegen das Kondomverbot des Papstes.
In der Vergangenheit wurde die Forderung nach Gehaltserhöhung von Pfarrern und Ortsbischöfen aufgrund von strukturellen Sparmaßnahmen des Vatikans immer wieder abgelehnt. Seit einiger Zeit regt sich daher zunehmend Unbill bei der Priesterschaft. Im Durchschnitt verlangten Prostituierte für Sex ohne Gummi 50 – 100 Euro mehr, berichtet ein Mitglied des Bischofskollegiums, der nicht namentlich genannt werden möchte. Das sei für viele Stadtpfarrer mit mittlerem Einkommen auf Dauer nicht finanzierbar. „Das Kondomverbot bringt mich noch an den Bettelstab“, klagt beispielsweise ein thüringischer Dorfpfarrer, der aufgrund der lokalen Infrastruktur nicht auf günstigere Angebote oder Internatszöglinge ausweichen kann.
Auf direkte Nachfragen reagierte der Vatikan zurückhaltend. Eine generelle Gehaltserhöhung werde unter den gegenwärtigen Umständen der Finanzkrise sicherlich nicht gewährt werden können. Man denke aber über Sonderzahlungen und Einzelzuschussleistungen nach. Man habe dafür bereits ein Beratungsgespräch mit der Hypo Real Estate vereinbart, wie das am besten zu bewerkstelligen sei.

Zum Friedensnobelpreis

Ein überhörtes Parkbankgespräch

Sie: Ist schon schlimm da in China.
Er: Hm?
Sie: Na, die Zensur und so und
Er: Hmja. Hm?
Sie: und und die Arbeitsbedingungen für die
Er: Hm.
Sie: Arbeiter.

- Pause -

Er: Dann kauf doch nix mehr
Sie: Jaja, aber
Er: von da.
Sie: janein... schoneigentlich... gell...
Er: Ist halt so teuer... das andere.
Sie: Die Qualität ist schon ganz gut heute.
Er: So schlimm ist das da auch nicht mehr.
Sie: Hm. Hm?
Er: Ich hab gelesen, die in China haben diesen Nobelpreis gekriegt.
Sie: Ja, stimmt, gell?

Mama, was ist eigentlich Politik?

"Ach was, das ist ja noch gar nichts. Warten Sie erst mal, bis das Kind in das Alter von unserem kommt", ist der Standardsatz von Eltern, deren Sprösslinge gerade mal ein Vierteljahr älter sind. Mag sein, dass in der neoliberalen Wirtschaft sowie der frühkindlichen Entwicklung dem Quartal als größtmöglicher Zeiteinheit eine herausragende Wachstums- und Entwicklungsfunktion zukommt. Realiter ist es sowas von wurscht. Im Auf-die-Nerven-gehen kann mein 16-monatiger auch gestandenen Spätentwicklern wie Rainer, Philipp und Guido locker das Wasser reichen.
Was ich mir aber viel dringender wünsche als offene Ohren, sind handfeste Antworten. Man soll sich ja vor der Zeit fürchen, in der die Kinder Fragen stellen, wie: Wo komme ich eigentlich her? Wer ist Gott? Und am furchtbarsten: Was ist Politik?
Wie soll man das nur kindgerecht erklären ohne selbst zum Lügner zu werden. Otto von Bismarck bezeichnet Politik als "die Fähigkeit, in jedem wechselnden Moment der Situation das am wenigsten Schädliche oder das Zweckmäßige zu wählen." Nach Dieter Hildebrandt ist Politik "nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt." Staatskunst irgendwo zwischen Lebenskunst und Hohlraumkunst? Oder ist Politik einfach die Kunst kleine Probleme durch größere Probleme zu lösen und deren Lösung in die nächste Legislaturperiode zu vertagen? Wieso zahlt eigentlich noch kein Politiker in die Künstlersozialkasse ein?

Max Mustermann soll nicht sterben

In eugenetischer Hinsicht zählt der Radicchio eindeutig zu den Gewinnern.

Es ist absurd. Auf der einen Seite teilt angeblich jeder Mensch rund 80 Prozent seiner Gene mit jedem x-beliebigen Salatkopf. Auf der anderen Seite sollen sich alle nicht-afrikanischen Völker von den Afrikanern unterscheiden, weil letztere reine homo sapiens sind, erstere aber vom Skandinavier bis zum Nordkoreaner rund 2 Prozent homo neanderthalensis in sich tragen. Vielleicht rührt aus dieser genetischen Wurzel die verklappte Todessehnsucht des Max Mustermann. Der Neandertaler hat uns Deutschen etwas Entscheidendes voraus: Er ist schon ausgestorben. Wie sonst ließe sich erklären, dass der Deutsche, der genetisch seit tausenden von Jahren trotz Pest, Krieg und Cholera unausrottbar irgendwo zwischen Vorzeitprimitivling und Radicchio vor sich hin dümpelt, seit etwa 100 Jahren zu beweisen versucht, dass er kurz vor dem Artenschutz steht, obwohl Deutschland eines der am dichtesten bevölkerten Länder der Welt ist.

PS: Ich plädiere für eine neue Perspektive auf die drei heillos miteinander verwurschtelten Teildiskurse "Immigration/Integration", "Aussterben" und "Rente". Wieso trennt man nicht den Aussterbediskurs von der Einwanderungsthematik und macht ihn ausschließlich für die Rentner fruchtbar. Die umlagefinanzierten Rentenkassen würden damit fast augenblicklich frei für Kindergärten und Atommüllendlageruntersuchungen. Damit hätten alle Energie. Die Kinder lernen ordentlich deutsch. Und die pflegebedürftigen Alten müssen nicht von arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern betreut werden.
Ein Jammer, dass ich nicht Thilo Sarrazin heiße. Mit dem Vorlauf könnte ich aus diesem Plan einen international beachteten Bestseller schmieden und mich bis an mein Lebensende gemütlich zurückziehen...

Marion Lichti for Bundespräsident

Deutschlands Hoffnung heißt Marion Lichti. Als gelernte Schauspielerin kann ihr ein Faux-Pas wie Horst Köhlers nicht passieren. Sie präsentiert nur auswendig gelernte Texte, diese jedoch gekonnt. In internationalen Beziehungen kennt sich die Tochter einer Einwanderin gut aus. Als junge Mutter und Tochter eines Beamten wird Marion Lichti vom konservativen Flügel hoch geschätzt. Die Roten und die Rotroten umjubeln die studierte Soziologin. Die Umweltbewegung lobt ihren Schritt, Tomaten und Johannisbeeren auf dem eigenen Balkon anzupflanzen, und von neoliberaler Seite bewundert man ihre Fähigkeit, am Ende jedes Monats aus wenig Geld viel heiße Luft zu zaubern. Ab sofort ist Marion Lichti am 30.05.1970 geboren, hat summa cum laude dissertiert über "Deutschlands Friedens- und Außenhandelsbeziehungen im internationalen Konflikt, äh Vergleich" und besitzt die Ehrendoktorwürden der Universitäten האוניברסיטה העברית בירושלים (Hebräische Universität Jerusalem), دانشگاه تهران‎ (Universtität Teheran) und der Universitat d'Andorra. Sie hat das Bundesverwöhnkreuz im blauen Bade verliehen bekommen und kann Sudoku-Rätsel wie der Blitz lösen. Gute Chancen rechnet sich die intelligent aussehende und sich gekonnt in Szene zu setzen wissende Frau vor allem dadurch, dass wir nun - nach dem Sieg bei der Eurovision - auch in Südafrika und Afghanistan gewinnen werden. Die deutschen Soldaten haben bereits ihren Siegeswillen beteuert. Ob Popschlager, Ballspiel, petra oleum oder Opium - Deutschland muss wieder Nummer eins werden.
Dafür steht Marion Lichti, designierte Bundespräsidentin.

Für Deutschland - für Marion Lichti.
Deutschlands Sommermärchen wird wahr mit Marion Lichti.

Mutter?! Wer ist hier Mutter??!?

Ich bin Leiterin eines Privatinstituts für Feldforschung in den Bereichen frühkindliche Entwicklung, zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikations- und Prozessmanagement.

Das Institut hat eine Doktorandenstelle zu vergeben.
Das Institut hat zwei Praktikumsplätze (unbezahlt) zu vergeben.
Die nächste Informationsveranstaltung für interessierte Sponsoren kann im Sekretariat erfragt werden.